Aktuelle Andacht: Osterlicht bringt Zuversicht

Als ich dies hier schreibe, ist es noch nicht Ostern. Auch die Osterkerze im Gottesdienst ist noch die des Vorjahres. Erst am Ostersonntag werden wir das Licht der neuen Kerze anzünden, die wir hier schon im Bild sehen.
Dann wird die Osterkerze feierlich in die Kirche getragen und wir singen „Christ ist erstanden“ und feiern das Fest des Lebens und der Auferstehung Jesu.
Bis dahin ist es ein bisschen wie im Advent:
Wir warten auf den großen Tag und bereiten uns vor.
Viele nutzen die Wochen nach Aschermittwoch für ein Fastenprojekt.
In diesem Jahr lädt die evangelische Aktion „Sieben Wochen ohne“ unter dem Motto „Mit Gefühl – Sieben Wochen ohne Härte“ dazu ein, in der Fasten- und Passionszeit eine andere Haltung einzunehmen: „Für sieben Wochen treten wir bewusst aus der Praxis und den Bildern der Härte heraus. Wir fühlen uns ein in den Blick Gottes auf unsere Welt. Wir üben uns in einem mitfühlenden Umgang miteinander.“ schreibt Ralf Meister, der „Botschafter“ der Aktion. „Anteilnahme, ein mitfühlender Blick, ein erlösendes Wort können befreiend sein.“
Ich freue mich über diese Einladung, sehr bewusst „Mit-Gefühl“ zu zeigen.
Wir können entdecken, was der Seele gut tut, uns öffnen füreinander und versuchen, wie Jesus liebevoll auf unsere Mitmenschen und die Welt zu schauen.
Der Weg durch diese Wochen an sich ist schon wertvoll. Er hat aber auch ein Ziel und eine Verheißung: Ich nenne das Ziel „österlich leben“. Leben aus der Zuversicht, dass mein Mitgefühl und Beistehen, meine Liebe und Zuwendung, um die mich täglich neu bemühe, für die ich mich einsetze und manchmal etwas opfere, nicht vergeblich und nicht nur für den Moment sind. Denn am Ende siegt das Leben, weil Gott das Leben will. Gott schenkt neues Leben und bewahrt es – über den Tod hinaus.
Die Osterkerze ist unser Symbol für diese Zuversicht und den Sieg des Lebens.
Auf der Titelseite dieses Gemeindebriefes haben wir sie einmal an einen anderen Ort gestellt. Sie steht hier auf dem Merscheider Friedhof direkt neben dem dunklen Kreuz mit der Inschrift „Jesus lebt“. Denn beide gehören zusammen wie die Passionszeit und das Osterfest, wie der oft schwere Weg des Mitgefühls und die Befreiung, die er schenkt, weil „Jesus lebt“.
Ich wünsche allen eine gesegnete Zeit und österliches Leben,
Ihr Pfarrer Dirk Stark

(Diese Andacht finden Sie auch in unserem aktuellen Gemeindebrief)